08/16

Ein Unfallchirurg, der eigentlich Automechaniker werden wollte; eine Künstlerin, die eine uralte Technik neu beleben will; eine Soziologin, die ihre Karriere in der Werbebranche aufgegeben hat, um ein eigenes Stoffgeschäft zu führen; und zwei Grafikdesigner, die durch eine Weltreise zu Filmemachern wurden. Was die alle gemeinsam haben? Ziemlich außergewöhnliche Lebensläufe.

Name / Markus Mayrhofer-Stelzhammer

Berufung / Unfallchirurg

Alter / 43 Jahre

Geburtsort / Linz

Wahlheimat / Eidenberg

Wenn Markus Mayrhofer-Stelzhammer als Kind ein Geschenk bekommen hat, dann war das erste, was er damit machte: Er zerlegte es. Und versuchte, es wieder zu reparieren. „Ich glaube, dieses Techniker-Gen hat man einfach in sich – ich war immer neugierig, wie etwas funktioniert und wie man es repariert.“ Heute macht er das immer noch so. Fast alles im Einfamilienhaus (Markus Mayrhofer-Stelzhammer wohnt mit seiner Frau und den Kindern Maxi, Leni und Karo in Eidenberg) hat er selbst gemacht, vom Barbiehaus für seine Töchter bis hin zum Edelstahlpool. Und an seinen Motorrädern schraubt er sowieso liebend gern herum. Auch in seinem Beruf wird ständig gesägt, gebohrt, gefräst. „Meine chirurgische Tätigkeit ist eigentlich eine Mischung aus Tischlerei und Schlosserei“, erzählt er schmunzelnd. Hinzu komme aber auch noch der Mensch. „Und das ist das Schöne daran – ich habe einen handwerklichen Beruf, bei dem der Kontakt zum Menschen hinzukommt.“ Ein Beruf, der aber auch einiges abverlangt: Während seiner Facharztausbildung im UKH Linz operierte er einmal 17,5 Stunden durch. Mittlerweile arbeitet er im Krankenhaus Rohrbach, nebenbei nimmt er sich freiberuflich dem hausärztlichen Notdienst an, „weil das eine gute Abwechslung und sehr spannend ist“.

Dabei wollte Mayrhofer-Stelzhammer eigentlich Automechaniker werden. Seine Eltern waren es, die ihn dazu ermutigt haben, die HTL für Maschinenbau zu besuchen. Kurz vor der Matura hatte er einen Motorradunfall. Er lag eine Woche im Krankenhaus. Und da passierte es. Er wurde auf die Medizin aufmerksam. „Technik war mir zu theoretisch, da sitzt man vorwiegend am Computer rum.“ Also studierte er in Innsbruck Medizin. Zuvor arbeitete er aber noch (zur Überbrückung der Wartezeit auf den Zivildienst) ein Jahr als Installateur. „Das war das lehrreichste Jahr in meinem Leben.“ Und seither ist ihm auch bewusst: Alles im Leben hat einen Sinn. Selbst jede Krankheit.

Ich bin_ein Allrounder, der die Abwechslung liebt.

Mein USP _Meine Vielseitigkeit und meine Geduld. Ich bin gleichzeitig Alles-Selber-Macher zuhause und Chirurg im Spital. Und: Dass ich auf einem Bauernhof aufgewachsen bin, war für mich die beste Schule des Lebens. Hier konnte ich mein handwerkliches Geschick ausleben.

Die Zeit vergesse ich _im OP, in der Werkstatt, beim Sonnenbad mit meiner Familie.

Meinem jüngeren Selbst würde ich sagen _Vertrau darauf, dass das Richtige kommt. Und hör auf dein Bauchgefühl, das gibt dir den Weg vor, der für dich bestimmt ist.

In fünf Jahren _Das Gespenst der Selbstständigkeit schwirrt schon in meinem Kopf umher. Irgendwie sehe ich mich da in einem Bus, mit dem ich herumfahre und die Leute vielleicht daheim behandle – dazu bräuchte ich aber auch ein mobiles Röntgengerät (lacht). Schau’n wir mal – das Richtige kommt sowieso, vielleicht mit einer Eingabe. Die Intuition ist der beste Wegweiser.

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