08/16

Name / Sabine Kastner

Berufung / Inhaberin eines Stoffgeschäfts

Alter / 40 Jahre

Geburtsort / Linz

Wahlheimat / Linz

Die Linzer Coulinstraße ist nicht das, was man unter einem Shoppinghotspot versteht. Genaugenommen gibt es hier nur ein Geschäft. Das Kaysoo. Das ist aber an sich ein Hotspot. Jedenfalls für all jene, die auf der Suche nach Stoffen in Bioqualität sind. Eben diese Suche hat Sabine Kastner zu ihrer Geschäftsidee verholfen: „Ich hatte immer schon Probleme mit meiner Haut und litt an Neurodermitis. Bio-Stoffe sind die einzigen, die ich als Kleidung auf der Haut vertrage. Das Angebot war aber äußerst gering“, erzählt Kastner. Also begann sie, selbst Stoffe zu organisieren. Nähen hatte sie in der Schule (HBLA für Kunstgewerbe) gelernt, sie schneiderte sich ihre Kleidung selbst. Auch an die Haut ihrer beiden Kinder (Emilia ist sechs, Simon vier Jahre alt) will sie heute keine anderen Stoffe mehr lassen. „Die ursprüngliche Idee war, Kinderkleidung zu nähen und zu verkaufen. Immer mehr Leute wollten dann aber auch die Stoffe an sich kaufen und selbst nähen. Nach zwei Monaten habe ich den Bedarf an Bio-Stoffen erkannt“, erzählt die Linzerin mit abgeschlossenem Soziologiestudium und einigen Jahren Erfahrung in Marketing und Sales sowie in der Werbebranche als Projektmanagerin in Agenturen.

Warum „Do it yourself“ zum großen Trend geworden ist und immer mehr Menschen ihre Kleidung selbst nähen möchten, erklärt sich Kastner so: „Die meisten arbeiten heute vorwiegend mit dem Kopf, nicht mit den Händen. Da ist so etwas wie Nähen ein wunderbarer Ausgleich.“ Eine große Rolle spiele auch das Thema Individualität. „Niemand will dasselbe tragen wie 20 andere. Außerdem kann man nachhaltiger für sich selbst und für sein Umfeld sein, wenn man’s selbst macht. Stoff aussuchen, Schnitt wählen, Zeit mit dem Material und der Arbeit verbringen – das bewirkt etwas in einem“, weiß Kastner.

Ich bin_ein notorischer Weltverbesserer.

Mein USP _Ich bringe in meinem Geschäft Menschen zusammen, die aus unterschiedlichsten Gründen in die selbe Richtung gehen wollen.

Die Zeit vergesse ich _beim Nähen. Oder beim Stoffordern.

Meinem jüngeren Selbst würde ich sagen _Es ist gut so, wie alles kommt. Wenn ich gleich mit dem Geschäft angefangen hätte, dann hätte ich vielleicht nicht so viel Freude damit. Und mir würde die Erfahrung fehlen, die ich gemacht habe. Der direkte Weg erscheint einem im ersten Moment zwar vielleicht erstrebenswerter, genauer betrachtet machen aber alle Umwege einen Sinn.

In fünf Jahren _kann ich hoffentlich noch mehr Leute begeistern, ihre Kleidung selbst zu nähen.

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