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Die drei Meisterbrauer

#3 Braumeister und Weltenbummler

Diesen August wurde Johannes Eregger Braumeister der Brauerei Puntigam in Graz. Sein Weg dorthin führte ihn von der Steiermark einmal rund um den Globus und wieder zurück.

Vor dreizehn Jahren fing Johannes Eregger an, mit Bier zu arbeiten, und zwar aus einem spontanen Gedanken heraus: „Ich komme aus der Nähe von Leoben. Irgendwann bin ich an der Brauerei Göss und den riesigen Stapeln grüner Bierkisten dort vorbeigefahren und habe mir gedacht: ‚Das zu machen, dafür verantwortlich zu sein, ist sicher spannend‘“, erzählt Eregger. Also schickte er eine Bewerbung ab, und wenige Monate später startete er im Jahr 2007 als Werkstudent in der Brauerei Göss. Neben seiner Arbeit studierte er an der FH Joanneum in Graz Produktions- und Verfahrenstechnik.

In dieser Zeit stand er selbst in der Produktion. „Ich habe von der Erzeugung bis zur Abfüllung des Biers in allen Stationen in der Brauerei gearbeitet und alles miterlebt. Davon zehre ich bis heute. Ich weiß genau, wie die Bedingungen sind“, sagt Eregger. Nach dem Studium trat er dann eine Vollzeitstelle bei der Brau Union Österreich an, über einen Job zur Abwicklung technischer Projekte landete er zum ersten Mal in der Brauerei Puntigam. Dort war er als Total Productive Manager für die kontinuierliche Prozessverbesserung zuständig.

Von fremden Ländern und Menschen

Dann zog es Eregger in die Ferne: Über die Brau Union Österreich, die Teil von Heineken ist, erhielt er das Angebot, beim Aufbau einer Brauerei in Äthiopien mitzuarbeiten. Drei Jahre lebte er dort mit seiner Freundin – die mittlerweile seine Frau ist –

und war mit der Errichtung neuer Anlagen, der Ausbildung der Mitarbeiter und dem Aufbau einer Trainingsschule für alle afrikanischen Heineken-Brauereien betraut. „Das war für mich sehr erfüllend: etwas aufzubauen, das sichere Arbeitsplätze schafft“, sagt Eregger. „Außerdem eignet man sich eine gewisse Resilienz an: Es gab häufig Streiks, die Sicherheitslage war schwierig. Einmal hatten wir ein Monat lang kein Internet. Da lernt man, mit Krisen umzugehen.“

Nach drei Jahren war die Aufbauphase der äthiopischen Brauerei vorbei – über Heineken bot sich Eregger eine weitere Chance: „In Jamaika konnte ich in einer frisch übernommenen Brauerei die Verantwortung für die Abfüllung übernehmen. Das war für mich eine große Leadership-Aufgabe.“ Bisher hatten dort Jamaikaner alle Abteilungen geleitet. „Und dann bin ich als vollkommen fremder Ausländer in den Betrieb gekommen, das war natürlich für manche etwas schwierig. Ich habe dann aber schnell Verbündete gefunden und ein tolles Team aufgebaut, beruflich war diese Zeit ein großer Erfolg für mich.“ Doch auch privat habe er in in seiner Zeit im Ausland viel gelernt: „Oft hat man von Europa aus ein recht unscharfes Bild von Ländern wie Äthiopien oder Jamaika. Ich habe dort viel Schönes erlebt und wir sind immer sehr freundlich aufgenommen worden.“

Heimkehrer

Heuer ging es, gemeinsam mit dem ersten Kind, zurück in die Steiermark: „Ich habe gehört, dass die Stelle als Braumeister in Puntigam frei wird, und eigentlich war das immer mein Ziel. Also hab ich mich beworben und die Stelle bekommen.“ Die ersten Monate verbrachte Eregger vor allem damit, sich einzuarbeiten. „Ich bin immer noch dabei, die Mitarbeiter und die Besonderheiten und Chancen des Betriebes wirklich kennenzulernen“, sagt er.

Die Herausforderungen in der Brauerei seien da ganz ähnlich wie in anderen Betrieben: „Die Industrie 4.0 macht auch vor der Brauerei nicht halt, daran müssen wir laufend arbeiten.“ Und auch der Trend zur Nachhaltigkeit hat in Puntigam Einzug gehalten. „Mein Vorgänger, Gerald Zanker, hat mir eine der modernsten Abfüllanlagen für Mehrwegflaschen in ganz Europa hinterlassen, die extrem ressourcenschonend arbeitet“, sagt Eregger. Als nächstes steht die zweite Phase beim Bau der Photovoltaikanlage an, welche einen Teil des Energiebedarfs bei der Bierproduktion decken soll. Die erste Phase wurde bereits umgesetzt., damit wird ökologischer Strom für bis zu 600 Haushalte erzeugt.

Außerdem wird in Graz jetzt mit Bier geheizt. „Puntigam ist ganz eng mit der Stadt verknüpft“, sagt Eregger. „Wir haben uns angeschaut, was am Standort passiert, und haben dann in Zusammenarbeit mit der Firma Kelag dieses Konzept entwickelt.“ Mit der Abwärme aus dem Gärungsprozess von Puntigamer werden Wohnungen, Büros und Geschäfte im angrenzend neu entstehenden Bauprojekt „Brauquartier“ beheizt. Insgesamt 3,8 Millionen Kilowattstunden kann die Brauerei pro Jahr liefern. „Damit stellen wir sicher, dass die Brauerei sich in Graz einfügt und ihren Beitrag zur guten Lebensqualität in der Stadt leistet.“_

Ich habe von der Erzeugung bis zur Abfüllung des Biers in allen Stationen in der Brauerei gearbeitet und alles miterlebt. Davon zehre ich bis heute.

Johannes Eregger Braumeister, Brauerei Puntigam

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