„Die Ansichten des Kunden sind keine heilige Kuh“

Was wollen Sie in Ihrem Haus noch bewegen?

Wonnebauer_Seit 2011 bin ich schon Mitglied des Vorstands. Wenn ich jetzt als CEO etwas ganz anders machen würde, hätte ich vorher meinen Job nicht gut gemacht. Unser Erfolgsrezept ist, dass wir beständig wachsen. Zudem wollen wir dem Kunden so gut wie möglich Formalitäten und Zeit ersparen. Die gesetzlichen Vorgaben sind hoch, aber der Kunde soll sie nicht merken, weil sie eingebettet sind in ein komfortables Ambiente.

Sie wollen also für die Kunden eine Insel der Seligen schaffen?

Wonnebauer_Ja, wir sind die Guten. (lacht) Banken haben ein schlechtes Image. Das versuchen wir zu verbessern.

Zum Beispiel durch die Förderung von Nachwuchskünstlern. Warum?

Wonnebauer_Wir wollen der Gesellschaft in den Bereichen Ausbildung und Jugend etwas zurückgeben. Wir raten auch unseren Kunden, beim Investieren an die Zukunft zu denken. Unsere Gesellschaft ist fast nicht mehr dazu fähig, langfristig zu denken, weil wir durch die vielen Einflüsse jeden Tag völlig abgelenkt sind. Wir müssen wieder dorthin zurückkommen, unsere Verantwortung für die nächsten Generationen zu erfüllen.

Was möchten Sie an die nächste Generation in Ihrem Haus weitergeben?

Wonnebauer_Speziell im Private Banking sind Kontinuität der Ansprechpartner und Beständigkeit ganz wichtig. Mein Vater hat 42 Jahre im selben Betrieb gearbeitet. Ich verstehe junge Menschen, die viele verschiedene Dinge kennenlernen möchten. Aber irgendwann braucht man auch beruflich eine Heimat, und die wollen wir für unsere Mitarbeiter sein. Man kann nicht zu Kunden nett und zu den Mitarbeitern unberechenbar sein. Die Grundeinstellung muss die gleiche sein._

Gedanken

So erkläre ich einem dreijährigen Kind meine Arbeit_ Ich bin dafür da, dass du einmal in eine gute Schule gehen kannst.

Erfolg bedeutet für mich_ wenn Mitarbeiter einen neuen Kunden gewonnen haben.

2019 ist für mich das Jahr von_ meinen ersten neun Monaten als CEO – der erste, der nicht aus der Schweiz kommt, was für mich zeigt, dass unsere Mutter uns zutraut, dass wir das auch aus eigener Kraft stemmen. Wir sind Wunschkind und Einzelkind der Zürcher Kantonalbank in Zürich, weil wir die einzige operative Auslandsbank sind.

Das Schweizer Image hilft_ bei der Akquisition neuer Kunden, und auch die fachliche Unterstützung aus Zürich ist enorm.

Diese drei Bücher nehme ich mit auf eine einsame Insel_ „Schnelles Denken, langsames Denken“ von Daniel Kahneman, „Die Brücke von San Luis Rey“ von Thornton Wilder und „Die Welt von Gestern“ von Stefan Zweig

In fünf Jahren werde ich_ wahrscheinlich in Pension gehen, aber ich hoffe, dass ich dann noch so fit bin, dass ich als Botschafter des Hauses zur Verfügung stehen kann.

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