Kleine Geschenke als Motivationsturbo

Das Incentive: Von einem Unternehmen seinen Mitarbeitern angebotene Gratifikation (zum Beispiel in Form von Geld, Sachleistungen oder Reisen), die zur Leistungssteigerung anreizen soll, erklärt der Duden. Doch wirken Incentives wirklich? Wenn ja, warum? Und welche Unternehmen brauchen so etwas überhaupt?

Wozu Incentives?

„Im Kampf um die besten Mitarbeiter können Incentives das Zünglein an der Waage sein“, erklärt Christian Klar, Geschäftsführer des Incentive-Spezialisten Invent Europe aus Linz, der auf Kurzurlaube für zwei Personen in Form von Hotel- und Erlebnisgutscheinen spezialisiert ist. Gerade in höherrangigen Positionen sei ein gutes Gehalt Grundvoraussetzung. „Da geht es dann eher darum, was noch oben draufkommt.“ Im Bereich der Mitarbeiterbindung gehe es vor allem um Wertschätzung. Im täglichen Betrieb können Incentives nicht nur die Motivation erhöhen, sondern auch das Interesse an der Arbeit selbst: Richard Clark, Professor für Educational Psychology an der University of Southern California, und sein Team verglichen in einer Forschungsarbeit 600 Studien zum Thema Anreizsysteme. Außerdem wurden die Incentive-Programme von 225 multinationalen Unternehmen untersucht und Betroffene befragt. Die Studie ergab, dass ein überlegtes und laufend überprüftes Incentive-System nicht nur die Arbeitsleistung um 23 Prozent erhöht, durch entsprechende Anreize steigt auch das Interesse der Mitarbeiter an den Aufgaben. 99 Prozent der Befragten begrüßen übrigens die Anreizsysteme. Gleichzeitig beschwerten sich jedoch 98 Prozent darüber, dass es bei der Bewertung nicht fair zugehe.

Was eignet sich als Incentive, um Mitarbeiter zu binden?

Diensthandys und -autos, die man auch privat benutzen darf, Geldprämien: All das sind Incentives. „Faktum dabei ist, dass zum Beispiel ein Diensthandy von vielen schon als selbstverständlich gesehen wird“, sagt Klar. Geldprämien wiederum seien zwar nett, „aber man nimmt das Geld und gibt es schnell wieder aus. Die nachhaltige Erinnerung wie bei einer Reise oder einem Erlebnis ist hier meist nicht gegeben". Hotelschecks und Reisen hingegen „sind mit Emotionen verbunden. An einen schönen Urlaub denkt man immer wieder zurück. Und wenn man daran denkt, kommt einem mit großer Wahrscheinlichkeit auch immer wieder in den Sinn, dass einem diesen Urlaub der Arbeitgeber geschenkt hat. Dadurch verbinden sich die Gefühle automatisch und dem Employer Branding gibt man damit neue positive Effekte.“

Für welche Unternehmen sind Incentives geeignet?

Incentives kann man sehr vielseitig einsetzen. „Es gibt den großen Bereich der Mitarbeiterbindung und -motivation. Das sind einerseits die klassischen Geschenke bei Mitarbeiterjubiläen, aber auch Prämien. Letztere kommen zum Beispiel bei Forschungs- und Ideenwettbewerben des Öfteren vor“, so Klar. Ein weiteres Einsatzfeld seien Marketing und Sales. Klar: „Erfolgreiches Marketing steht und fällt mit den richtigen Instrumenten, um neue Kunden zu gewinnen, zu binden und zu aktivieren. Ein Beispiel wäre, Kunden beim Kauf eines Produktes ein Incentive anzubieten. Das erhöht die Chance auf einen erfolgreichen Verkauf.“ Somit können Incentives bei nahezu jedem Unternehmen erfolgreich eingesetzt werden. „Gerade bei Unternehmen mit Privatkunden wie Autohäusern, Versicherungsmaklern oder im Handel können beispielsweise Hotel- und Erlebnisgutscheine perfekt als Abschluss- oder Kaufverstärker wirken. An unsere hochwertig verpackten Gutscheine mit individuellem Branding erinnern sich die Kunden noch nach Jahren.“

Warum wirken Incentives?

Kleine Geschenke erhalten nicht nur die Freundschaft, sondern halten auch gute Mitarbeiter oder Kunden. Im besten Fall helfen sie sogar dabei, welche zu gewinnen. „Durch Incentives wird das Belohnungssystem im Gehirn direkt angesprochen“, weiß Klar. Wichtig: Ein Incentive muss etwas Besonderes sein, das nachhaltig in Erinnerung bleibt. Bei regelmäßigen Geldprämien – auch für außerordentliche Leistungen – besteht die Gefahr, dass sich Mitarbeiter daran gewöhnen und im schlimmsten Fall unterbewusst sogar eine Bestrafung empfinden, wenn sie diese Ziele nicht mehr erfüllen.

Durch Incentives wird das Belohnungssystem im Gehirn direkt angesprochen.

Christian Klar Geschäftsführer, Invent Europe

#Ähnliche Artikel

Wie aus Mitarbeitern Mitunternehmer werden

Ein Unternehmer schaut selten auf die Uhr. Er will seine Ideen um- und seine Kreativität einsetzen, will gestalten. Und zwar dann und so, dass es sowohl für die Firma als auch für ihn das Beste ist. Wär‘s nicht praktisch, wenn jeder Mitarbeiter so fühlen und handeln würde? Michael Schernthaner dachte sich das auch. Und gibt den mehr als 1.700 Mitarbeitern des Verpackungskonzerns Schur Flexibles so viel Gestaltungsfreiraum, als wären sie selbst Unternehmer.

Keine Zeit für Führung. Und dann?

Wer als Führungskraft mit operativen Aufgaben rund um die Uhr beschäftigt ist, der hat kaum Zeit für Führung und schon gar nicht für Zukunftsfragen. Na, Hauptsache, das Tagesgeschäft läuft. Oder? Über die möglichen Folgen fehlender oder mangelhafter Führung. Wie man sie vermeiden kann und was Führen im digitalen Zeitalter überhaupt bedeutet.

Marketing ist Chefsache

Was bedeutet eigentlich Echoenzephalographie? Klingt kompliziert? Gut, dann eine andere Frage: Was versteht man unter Marketing? Klingt wesentlich einfacher. Ist es aber nicht immer. Denn oft wird Marketing einfach mit Werbung gleichgesetzt. Dabei ist Werbung nur ein Teil davon - Marketing ist vielmehr eine Philosophie, eine Geisteshaltung, ein Managementansatz, der in allen Unternehmensfunktionen verankert sein sollte. Und dann grossartige Erfolge bewirken kann.

(Be)werben

Die Suche nach einem Job löst bei vielen ein mulmiges Gefühl aus. Zu Unrecht, es könne nichts passieren, so Waltraud Götschl und Birgit Eiselsberg vom Personalberatungsunternehmen Schulmeister in Linz. Die Unternehmen wollen niemandem etwas Böses, sondern ihre potentiellen Arbeitskräfte nur kennenlernen. Wie Bewerber dabei punkten können, erklären die beiden am JKU Karrieretag. Ein Einblick in den Vortrag über die größten Fallen im Bewerbungsprozess.

PR

Sie lieben, was sie tun

Aus den hochwertigen Backgrundstoffen und innovativen Rezepturen von Backaldrin stellen Bäcker und Konditoren auf der ganzen Welt köstliche Backwaren her. Jeder Mitarbeiter – von den Fachkräften in der Backstube bis zum kaufmännischen Angestellten – trägt seinen Teil zur internationalen Erfolgsstrategie bei. So vielfältig wie die Anforderungen sind auch die Karrieremöglichkeiten in der „Welt des Brotes“. Das gemeinsame Motto: „Wir lieben das, was wir tun.“

Verlieben Sie sich!

Ein Blick. Ein Lächeln. Vielleicht einfach nur so ein Bauchgefühl. Wie wir jemand Besonderen finden, lässt sich nicht mit dem Verstand vorhersagen. Es ist nicht der Kopf, der die großen Entscheidungen trifft – weder bei der Suche nach dem Partner fürs Leben, nach einem Geschäftspartner noch bei der Mitarbeitersuche und auch nicht bei der Suche nach einem Investor. Warum sich (jetzt) alles um Gefühle dreht. Auch in der Wirtschaft. Wir fragten nach – in so ziemlich allen Bereichen des Lebens – wie man sich findet.

Geborgt und geborgen

Zeitarbeiter werden in manchen Unternehmen als Beschäftigte zweiter Klasse gesehen. Damit die Motivation hoch bleibt, setzt der Personalüberlasser Teampool auf offene Kommunikation, gegenseitiges Vertrauen und regelmäßige Besuche in den Betrieben. Und gewinnt damit die Treue seiner Mitarbeiter.

"Früher war es am Arbeitsplatz todernst"

Über fünf Millionen Ergebnisse spuckt Google beim Suchbegriff „Führung im Wandel der Zeit“ aus. Wir wollen es von erfahrenen Führungskräften aus der Praxis wissen und haben unterschiedliche Generationen und Geschlechter an einen Tisch geladen: Die 62-jährige Unternehmerin Christine Hödlmayr-Gammer, den 59-jährigen Trodat-Trotec-CEO Norbert Schrüfer, die 27-jährige Sabrina Aistleitner, Global Brand Ambassador bei Sonnentor, sowie den 36-jährigen eMagnetix-Geschäftsführer Klaus Hochreiter.

"Wir schaffen nicht mehr als drei Prozent Wirtschaftswachstum"

Sie sind wertmäßig Marktführer bei Holz/Alu-Fenster und Nummer Zwei auf dem Gesamtfenstermarkt. Josko Fenster und Türen mit Standorten in Kopfing und Andorf hat die zwei besten Jahre seiner Unternehmensgeschichte hinter sich. Doch der starke konjunkturelle Rückenwind birgt auch seine Tücken. CEO Johann Scheuringer junior in vier Statements darüber, wie er den Fachkräftemangel sieht, welche Bedeutung Employer Branding für Josko hat und warum man überrascht war, im Trend-Ranking zu den Top-Arbeitgebern Österreichs zu zählen.

Volle (Führungs)kraft voraus!

Noch nie war die Geschwindigkeit so hoch. Märkte sind unsicher, Innovationen schießen wie Pilze aus dem Boden und stellen alteingesessene Geschäftsmodelle in Frage, die Digitalisierung schafft für Unternehmen tagtäglich neue Herausforderungen. Wer da mithalten will, muss schnell sein. Schnell im Entscheiden und schnell im Umdenken. Ein Kraftakt für den Verstand. Und für den Körper. Deshalb würden herkömmliche Führungskräftecoachings heute nicht mehr ausreichen, findet Erich Schönleitner, Gründer des Programmes „MyVitality“, bei dem er mit einem siebenköpfigen Trainerteam Top-Führungskräfte physisch wie psychisch fit machen will.

Gekommen, um zu bleiben

Mit den besten Mitarbeitern ist es ein bisschen so wie mit dem Wunschgewicht. Es ist schon mal verdammt schwer, es (oder sie) zu bekommen. Es (Sie) dann aber auch langfristig zu halten, fast noch schwieriger. Beim Gewicht ist die Herausforderung der innere Schweinehund, gepaart mit dem Essensangebot im Überschuss. Bei den Mitarbeitern der generelle Trend, nicht mehr ein Leben lang demselben Arbeitgeber treu zu bleiben und der immer härtere Kampf um die besten Köpfe. Wie das mit der Idealfigur funktioniert, erfahren Sie hier nicht.

Warum?

Wer im Job erfolgreich sein will, muss seine wahre Bestimmung finden. „Finde dein Warum“, raten Karriereberater. Wir haben deshalb bei drei Menschen in unterschiedlichen Lebens- und Karrieresituationen nachgefragt und wollten wissen: Warum machst du, was du machst?

Wie Personaler ticken

Zu- oder Absage, das ist hier die Frage. Eigentlich war immer klar, dass die Antwort darauf nach dem Bewerbungsprozess vom Personaler kommt. Und heute, in Zeiten des Fachkräftemangels – haben sich die Rollen etwa längst umgekehrt und die Personalverantwortlichen warten mit schlotternden Knien auf die Entscheidung der gut ausgebildeten Fachkräfte mit vielen Karriereoptionen?

Von wegen faul!

Ob ehrenamtliche Tätigkeit, gesellschaftliches Engagement oder aktives Vereinsleben: Viele junge Menschen bringen sich auch außerhalb der Arbeit aktiv ein und profitieren von dem Erlebten gleich doppelt – beruflich und privat.

Darf's ein bisserl mehr sein?

Lehrlinge sind die Fachkräfte von morgen, entsprechend begehrt sind sie auf dem Arbeitsmarkt. Wie man die besten Köpfe anlockt? Mit einer soliden Ausbildung, einem positiven Arbeitsklima, guten Karrierechancen – und außergewöhnlichen Goodies!

Die ersten 100 Tage

Wenn die Karriere so etwas wie eine Bergtour ist, dann ist die neue Führungsposition wohl der Gipfel. Oben angekommen, erst mal die Füße hochlagern und die frische Bergluft genießen? Keine gute Idee. Wer ganz oben ist, kann auch verdammt tief fallen. Wie der Start als neue Führungskraft gelingt, wie man sich Respekt erarbeitet, Vertrauen aufbaut und warum das Bedürfnis nach Harmonie hier fehl am Platz ist.

Vom Auftrumpfen, Aufsteigen und Aufs-Gaspedal-Treten

Ein energievoller Vorstandsdirektor mit einem Faible für zeitlose Kartenspiele, eine Jungmutter mit dem Gespür für wertschätzende Kommunikation, eine Chief Performance Officer als Turbo für den weltgrößten Ziegelproduzenten, ein bodenständiger Vertriebsleiter, der ein menschelndes Filialnetz zimmert, und ein Mühlviertler, der in Wien doppelt Gas gibt: Fünf neue Führungskräfte zeigen, worauf es bei der Karriere ankommt – den richtigen Umgang mit Menschen.

Wir sind dann mal weg

Wer an Seminare und Tagungen denkt, dem kommen sofort Vorträge und Kaffee in den Sinn. Vielleicht noch die eine oder andere Location, in der vergangene Meetings stattgefunden haben. Dass aber auch Seesaibling, zwanzig Regenschirme, Saunaaufgüsse oder kilometerlange Wolle zum Erfolg einer Veranstaltung beitragen, darauf kommt man selten. Sechs Hotels und ihr Zugang zu einer gelungenen Tagung.