Dort, wo der Leberkäse wächst

Die Landwirtschaft ist in ländlichen Regionen nach wie vor ein großer Wirtschaftsfaktor. 162.018 land- und forstwirtschaftliche Betriebe gibt es in Österreich, 31.477 davon werden in Oberösterreich von 79.124 Arbeitskräften bewirtschaftet. Einer dieser Betriebe ist der Schaubermair-Hof von Gourmetfein-Bauer Franz Dietachmair.

Vorbei an Stoppel- und Getreidefeldern schlängelt sich ein schmaler Güterweg zum eindrucksvollen Vierkanthof der Familie Dietachmair in Sattledt. Wie eine kleine Burg steht er zwischen den Feldern. In der Ferne grüßen im diesigen Licht die Berge des Salzkammerguts. Den Empfang am Hof übernimmt Hund Tino, dann erst folgt Hausherr Franz Dietachmair. Bei unserem Besuch ist Erntezeit und Dietachmair hat für ein Interview und ein Fotoshooting momentan wenig Zeit. Spüren lässt er uns das aber nicht. „Heute ist es ideal, um den Weizen zu dreschen“, merkt er nur an. Wir wollen nicht im Weg stehen und wittern außerdem eine gute Location für Fotos – also nichts wie los: Dietachmair am Mähdrescher vorne weg und wir im Auto hinten nach. Als der Mähdrescher in das Weizenfeld einbiegt, bildet sich eine dichte Staubwolke.

Das Thermometer zeigt weit über 30 Grad an. Seit Wochen hat es nicht geregnet. „Die Hitze ist für das Getreide kein großes Problem“, erzählt Dietachmair nach getaner Arbeit im Schatten seines Mähdreschers. „Aber die Masse an Mäusen, die die Pflanzen abknabbern, ist ungewöhnlich hoch. Das ist schlussendlich doch wieder auf die Hitze und Trockenheit zurückzuführen.“ Herr wird man dem Ganzen nur mit tiefer und ordentlicher Bodenbearbeitung, zum Beispiel mit dem Pflug. Dabei werden die unterirdischen Gänge der Nagetiere zerstört. Jammern will Dietachmair aber nicht, die Erntemengen beim Getreide sind in Ordnung. Wobei, wenn man den Faden weiterspinnt, auf seinen Feldern nicht Weizen, Gerste und Co. wachsen, sondern Leberkäse.

Franz Dietachmair ist nämlich einer der Gourmetfein-Landwirte. 40 Schweinebauern und 150 Rinderbauern aus Oberösterreich sind bei Gourmetfein unter Vertrag. Mehr als 100 stehen auf der Warteliste. Die Zusammenarbeit mit Gourmetfein sichert ihm ein fixes Einkommen. Die Fütterung der Tiere ist im Wesentlichen vorgegeben. „Zum Fressen gibt es nur Futter aus eigenem Anbau. Eine abwechslungsreiche Mischkost aus Getreide, Pferdebohnen, Rapskuchen, Mais und heimischem Soja ist dabei das A und O. 100 Prozent gentechnikfrei natürlich“, sagt Dietachmair. Das wird auch von unabhängigen Stellen regelmäßig kontrolliert. Damit im Stall keine Langeweile aufkommt, bekommen die Tiere Beschäftigungsmaterial wie zum Beispiel Strohballen. Auf ausreichende Belüftung und Tageslicht wird geachtet. Der Einsatz von antibiotischen Leistungsförderern und die prophylaktische Verabreichung von Antibiotika sind verboten. „Schwarze Schafe tauchen in Österreich leider trotzdem immer wieder auf – wie in jeder Branche. Ich kann dagegen nichts machen. Mir bleibt nur übrig, meinen Betrieb gewissenhaft zu führen.“

Ich bin sehr dafür, dass man die Hoftüren öffnet und die Leute sehen lässt, woher ihre Lebensmittel kommen – und auch, wie viel Arbeit dahintersteckt.

Franz Dietachmair Gourmetfein-Partnerbauer

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