„Transformation statt Frustration“

Seit Anfang des Jahres treten die beiden Beratungsunternehmen Advicum Consulting und Ramsauer & Stürmer gemeinsam am Markt auf. Mitte November wurde in der Linzer Elisabethstraße ein neues, gemeinsames Büro eröffnet. Aber wie kommt es, dass zwei Konkurrenten plötzlich gemeinsame Sache machen?

„Georg Platzer (Geschäftsführer von Ramsauer und Stürmer, Anm.) und ich kennen uns schon seit gut 25 Jahren. Im Rahmen eines Ausschreibungsprozesses haben wir uns entschlossen, unsere Stärken zu bündeln und gemeinsam anzubieten“, erzählt Matthias Ortner, Partner bei Advicum. „Wir haben uns dann die notwendige Zeit gegeben, um unsere Ideen reifen zu lassen, bis wir Anfang dieses Jahres Nägel mit Köpfen gemacht haben. Diese Zeit für die Gestaltung des Transformationsprozesses war für uns notwendig und richtig – die Zusammenarbeit funktioniert fantastisch.“

Vorerst bleiben beide Unternehmensnamen erhalten. Advicum vereint zukünftig die Beratungsfelder Consulting, Management und Finance unter einem Dach. Ramsauer & Stürmer wird sich ausschließlich auf den kommunalen Bereich fokussieren und das Geschäftsfeld der Gemeindeberatung weiter ausbauen. „Unsere Kunden schätzen diese klare Ausrichtung der beiden Gesellschaften und können durch diesen Zusammenschluss von der deutlich gestiegenen Expertise profitieren“, so Georg Platzer.

In der neuen Konstellation sei Advicum in der Lage, den Kunden im In- und Ausland ein vielfältiges Spektrum an Beratungsleistungen anzubieten, globale Expertise werde mit lokalen Bedürfnissen in Einklang gebracht. „Dabei konzentrieren sich die Experten von Advicum darauf, ihre Kunden bei bevorstehenden Transformationsprozessen umfassend in den Bereichen Mensch, Organisation und Technik zu unterstützen, so dass sie sich in einer Zeit schneller Veränderungen möglichst optimal aufstellen können.“

Wie man richtig verändert

„Wir verstehen uns als Transformation- Manager und begleiten Unternehmen und Organisationen in ihren Veränderungsprozessen“, erklärt Advicum-Partner Daniel Knuchel. „Dieser Beratungszugang ist eine weitere Gemeinsamkeit, die uns verbindet. Betroffene zu Beteiligten zu machen, ist unsere gemeinsame Maxime.“ Dafür brauche es Erfahrung und die notwendige Sensibilität. „Wir haben selbst jahrelange Erfahrung als Unternehmer und sind deshalb nicht nur Unternehmensberater, sondern auch beratende Unternehmer“, betont Knuchel und ergänzt, dass das Credo der Beratungsgruppe „Hart in der Sache, aber fair im Umgang“ der Schlüssel für den Erfolg sei.

„Unserer Ansicht nach funktioniert Veränderung nur dann, wenn man alle an Bord hat. Drüberfahren bringt nichts, wer nachhaltige Ergebnisse will, muss allen Beteiligten die Angst vor der Veränderung nehmen“, sind die Beratungspartner überzeugt. Tiefgreifenden Wandel gebe es heute nicht mehr im Zehn-Jahres-Rhythmus, die Veränderung werde vielmehr zum ständigen Wegbegleiter. Ein wesentlicher Treiber in diesem Bereich sei vor allem die Digitalisierung. „Wir sehen in diesem Zusammenhang insbesondere die Verbindung zu Lösungsansätzen im Bereich der Künstlichen Intelligenz. Wenn wir Human Intelligence und Artificial Intelligence verbinden, können zukunftsorientierte Veränderungsprozesse zielgerichtet und transparent gestartet werden“, ergänzt Ortner.

Gemeinsam mit dem Schwesterunternehmen eMentalist erarbeitet Advicum kundenspezifische Lösungen, die BigData-Analysen in Kombination mit Trendradaren ermöglichen und somit das „Ist“ mit dem „Soll“ optimal verbinden. Die Möglichkeiten des maschinellen Lernens werden genutzt, um Wissen aus Millionen strukturierter und unstrukturierter Daten zu extrahieren. Durch das Durchsuchen von Tausenden von Quellen wie Nachrichtenkanälen, Social-Media-Plattformen sowie demografischen und wirtschaftlichen Datenbanken werden Korrelationen und versteckte Signale aufgedeckt. Gemeinsam mit Branchenerfahrung und Know-how können Trends noch früher erkannt und in die Beratungsleistung integriert werden.

Gerade in unsicheren Zeiten – die Wirtschaft läuft noch, aber erste Indikatoren deuten bereits auf einen Abschwung hin – versuchen sich Unternehmen auf bevorstehende Veränderungen vorzubereiten. Vorbereitung bedeute aber zu verstehen, was ein möglicher Abschwung bewirkt und welche Ansätze einem Unternehmen bei der zukunftsorientierten Gestaltung seines Geschäftsmodelles zur Verfügung stehen, betonen die Experten der neuen Beratergruppe: „Unsere Erfahrung zeigt, dass sich Unternehmen auf einen dauerhaften und kontinuierlichen Veränderungsprozess einstellen müssen. Die Mitarbeiter müssen in diesen Prozess eingebunden werden und ihn auch mitgestalten, denn nur so können Ängste und Verunsicherung genommen werden.“ Sorgen müsse man sich nur machen, wenn die Veränderung zum Stillstand kommt, denn dann könnte es sein, dass ein Unternehmen den Anschluss an die Zukunft verpasst.

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