Der umtriebige Quereinsteiger

Schlechtes Wetter als Erfolgsfaktor? „Ehrlich gesagt ist mir das Alltagsgeschäft lieber, als wenn 30 Kunden mit Hagelschäden vor der Werkstatt warten.“ Christian Mahrer ist Geschäftsführer von CM-Car und hat sich auf Lack- und Karosseriearbeiten spezialisiert. Unter der Franchisemarke von Lucky Car hat er im Jänner in Leonding, in der Wegscheider Straße 17, seine Werkstatt eröffnet. Beruflich kommt er allerdings aus einer ganz anderen Ecke.

„Ich war vor der Selbstständigkeit in der Aufzugsbranche im Vertrieb tätig.“ Gutes Gehalt, Firmenauto, Firmenhandy: Mahrer hatte eigentlich alles, was man sich wünschen kann. „Irgendwann ist aber die Zeit reif, seine eigenen Ideen umsetzen.“ Die Idee der Selbstständigkeit geisterte in Mahrers Kopf umher.

„Plötzlich führte das eine zum anderen: Lucky Car wollte in Oberösterreich einen Standort realisieren und hat dafür einen geschäftsführender Gesellschafter gesucht, der einen eigenen Standort im Großraum Linz aufbaut.“ Im August 2018 hat Mahrer dann CM-Car gegründet und den Franchisevertrag mit Lucky Car unterschrieben. Eine Ausbildung im Bereich Kfz-Technik hat er nicht. Er ist Elektrotechniker und Maschinenbauer. „Beim Aufbau des Standortes war aber auch eher mein betriebswirtschaftliches Wissen aus meiner Vertriebsleitertätigkeit gefragt. Für die Arbeit in der Werkstatt und Qualitätskontrolle habe ich einen Betriebsleiter mit mehr als 25 Jahren Erfahrung. Dem vertraue ich, der macht das hervorragend.“

"Irgendwann ist die Zeit reif, seine eigenen Ideen umzusetzen."

Christian Mahrer Geschäftsführender Gesellschafter, CM-Car

Franchise als Unterstützung

Hätte er die Selbstständigkeit auch ohne das Lucky-Car-Franchise gewagt? Mahrer überlegt. „Sicher nicht so schnell, nachhaltig und effizient.“ Mit der Mitgliedschaft in der Lucky-Car-Gruppe könne er auf jahrelanges Know-how zurückgreifen und ist gleichzeitig am Puls der Zeit, was Techniken und Material betrifft. „Für mich war auch entscheidend, dass sich Lucky Car ständig verbessern und weiterentwickeln will.“ Im Jänner sind Mahrer und seine Mitarbeiter so richtig gestartet. Es gelte jetzt, Prozesse und Abläufe zu entwickeln und zu etablieren. „Wir sind noch nicht da, wo wir hinwollen“, gibt Mahrer zu. Bei ihm klingt das allerdings nicht resignierend, im Gegenteil. Sein Lächeln zeigt, dass er sich auf die Herausforderung freut. Auch eine Expansion auf weitere Standorte ist geplant. „Die gesamte Gruppe will wachsen, für Oberösterreich sind insgesamt drei bis vier Standorte angedacht.“

Mahrers Erfahrung im Vertrieb bringt einen anderen Zugang zum Geschäft mit sich: „Ich sitze nicht hier in der Werkstatt und warte, bis die Kunden kommen. Ich bin viel unterwegs, netzwerke und spreche potentielle Kunden aktiv an.“ Firmen bietet Mahrer einen Fuhrparkservice an. „Das ist optimal angelaufen, einige Unternehmen sind schon dabei.“ Auch möglichst viele Versicherer versucht der 48-Jährige ins Boot zu holen. Gute Zusammenarbeit im Schadensfall führe zu glücklichen Kunden. „Da hab sowohl ich als auch die Versicherung was davon.“

Herausforderung Unwetter

Als Spezialist für Lack- und Karosseriearbeiten ist CM-Car teilweise vom Wetter abhängig. „Unser tägliches Brot sind Unfallschäden, Havarien und Dellen mit Kratzern, Steinschläge sowie Scheibenreparaturen und -tausch. Das Wetter hat aber natürlich Einfluss auf das Geschäft, vor allem Extremwetterereignisse wie Hagel oder auch Sturm.“ Man verlasse sich aber nicht auf solche Ereignisse oder spekuliere gar auf deren Zunahme durch den Klimawandel. „Es wäre ganz klar viel zu unsicher, mit solchen unregelmäßigen Geschehnissen fix zu planen.“

Autowerkstätten gibt es wie Sand am Meer, viele davon lackieren auch und sind Karosseriespezialisten. Was bieten Mahrer und sein Team, das andere nicht haben? „Persönlichen Service. Wir haben einen gratis Hol- und Bring-service für die Fahrzeuge, aber auch für die Kunden selbst, kostenlose Leihfahrzeuge und natürlich übernehmen wir die gesamte Abwicklung mit der Versicherung.“ Für ihn sei es wichtig, persönlichen Kundenkontakt zu haben. „Die Leute vertrauen uns ihre Autos an. Damit wollen wir vertrauensvoll umgehen.“

Als begeisterter Netzwerker und leidenschaftlicher Vertriebler ist Mahrer aber nicht nur in der Werkstatt anzutreffen. In seiner Freizeit trifft man ihn mit seiner Familie am Golfplatz. „Dieser Sport lässt sich perfekt mit Familie und Beruf verbinden, den auch beim Golf lässt es sich hervorragend netzwerken.“_

Wettervorhersage für CM-CAR

Die Wetterprognose für die nächsten Jahre?_

Ich bin optimistisch. Wir wollen den Kunden persönlich begegnen und erstklassigen Service bieten. Dieser Dienstleistungsgedanke soll uns sonnigen Zeiten entgegenfahren lassen.

Auf Wetterberichte ist nicht immer Verlass, genauso wie auch im Geschäftsleben immer mal wieder etwas Unvorhergesehenes passiert – wie reagiert man darauf?_

Uns hat im Februar ein Mitarbeiter verlassen, ohne dass wir von ihm je wieder was gehört hätten. Das sind natürlich Dinge, wo eine sofortige Reaktion notwendig ist, es fehlt schließlich eine Arbeitskraft. Da sind das Team und Teamgeist gefragt.

Mit welchen dunklen Wolken muss CM-Car sich aktuell beschäftigen?_

Im städtischen Bereich machen immer mehr junge Leute keinen Führerschein, weil sie kein Auto brauchen. Das könnte sich auf lange Sicht auf den Kfz-Bestand und damit auch auf uns auswirken. Der Fachkräftemangel ist auch ein Thema.

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