OÖ auf Wachstumskurs

Oberösterreich wächst stärker als Österreich

Oberösterreichs Wirtschaft geht es gut. Sie wächst stärker als die gesamtösterreichische und das soll auch in den kommenden Jahren so bleiben. Die Fachkräftelage wird zunehmend zum Standortfaktor – auch international.

Wirtschafts-Landesrat Markus Achleitner und Business Upper Austria-Geschäftsführer Werner Pamminger (r.).

Das reale Wirtschaftswachstum für Oberösterreich wird 2018 voraussichtlich bei 3,2 Prozent liegen – 0,5 Prozentpunkte über dem für Österreich prognostizierten Wert. In den kommenden Jahren erwartet man zwar einen leichten Rückgang, „solide“ soll das Wachstum mit 2,3 Prozent (Prognose für 2019) und 2,0 Prozent (Prognose für 2020) dennoch bleiben – und weiterhin über den prognostizierten Werten für Gesamtösterreich liegen, wie Wirtschafts-Landesrat Markus Achleitner betont. Getragen würde das starke Wachstum von drei Hauptkomponenten: ein florierender Außenhandel, hohe Investitionstätigkeiten in den Unternehmen und ein reger Privatkonsum . Branchenmäßig seien die wichtigsten Wachstumstreiber Maschinenbau, Elektrotechnik, Metallerzeugung und Fahrzeugbau . Das Bruttoregionalprodukt von Oberösterreich liegt für 2018 bei 63.395 Millionen Euro und soll 2019 auf rund 66 Millionen bzw. 2020 auf rund 69 Millionen Euro ansteigen: „Unglaubliche Zahlen – der Motor brummt“, so Achleitner.

Fachkräfte als Standortthema Nr. 1

Sorgen mache da nur der akute und merkbar bremsende Fachkräftemangel – 30.000 Fachkräfte fehlen derzeit. Die Strategie dagegen fußt auf drei Punkten: qualifizieren, aktivieren, neugewinnen . Soll heißen: Nicht-vorhandene Qualifikationen herbeiführen, branchenfernere Personengruppen für die Mangelberufe interessieren (zum Beispiel Aktion „Frauen in die Technik“) und potentielle Fachkräfte aus dem In- und Ausland nach Oberösterreich holen. Besonders bei letzterem Punkt spielt die Standortagentur des Landes OÖ, Business Upper Austria, eine wichtige Rolle: So gehört es nunmehr zu den Hauptaufgaben der Agentur, Oberösterreich als Arbeitsort zu bewerben, und so wichtige Fachkräfte ins Land zu holen .

„Die Fachkräfte sind mittlerweile vielleicht das Standortthema Nr. 1“ , sagt Business Upper Austria-Geschäftsführer Werner Pamminger. So könne man etwa mit dem Argument einer starken Automobilzulieferbranche Fachkräfte nach Oberösterreich locken. Gleichzeitig begünstigt man damit die Ansiedlung weiterer Unternehmen im Land. 93 neue Betriebsansiedelungen und -erweiterungen , rund 2.100 zusätzliche Arbeitsplätze und 493 Millionen Euro an Investitionen – soweit die wichtigsten Kennzahlen der Leistungsbilanz von Business Upper Austria im vergangenen Jahr.

Ein weiteres Standort-Schwerpunktthema für 2019 ist die Revitalisierung brachliegender Industrie- und Gewerbegelände . 68 Hektar solcher Flächen konnten durch Erhebungen seitens Business Upper Austria in Oberösterreich identifiziert werden. Derzeit wird eruiert, welche Nutzungsmöglichkeiten für die auf 105 Standorte verteilten Flächen bestehen. „Ein großes politisches Thema“, so Pamminger.