Industrie: Forschungsstandort OÖ ineffizient

Industrie beklagt Effizienzproblem bei Forschungsstandort OÖ

Im Bereich Forschung und Technologie habe der Wirtschaftsstandort Oberösterreich noch Luft nach oben, so Günter Rübig, WKOÖ-Obmann der Sparte Industrie. Ein „Ziel- und Maßnahmendreieck“ mit den Eckpunkten lernen, forschen und vernetzen soll Abhilfe schaffen.

„Österreichs Innovationslandschaft hat ein Effizienzproblem“, sagt Rübig und nennt als zwei Gründe dafür zu viel Bürokratie und fehlende Finanzmittel. Es gelinge in Österreich zu wenig, den hohen Aufwand in einen entsprechenden Ertrag umzusetzen. Oberösterreich holt zwar ein Fünftel der Mittel der FFG-Förderinstrumente ab, aber gleichzeitig müssten Ansuchen von rund 180 Millionen Euro pro Jahr mangels zu wenig Geld abgelehnt werden. Die Sparte Industrie fordert vor allem mehr Geld für die angewandte Forschung. Es brauche in den nächsten fünf Jahren eine zusätzliche Technologiemilliarde.

Zu wenig technische Studenten

Als weiteres Problem nennt Rübig zu wenig technische Universitätsstudenten. Oberösterreich liege mit 4.500 hinter Wien mit 30.000 und der Steiermark mit 17.000. Knapp 20 Prozent der Studienanfänger im Wintersemester 2018 haben den technisch-naturwissenschaftlichen Zweig an der Johannes Kepler Universität in Linz gewählt: „Das ist eindeutig zu wenig für ein Industriebundesland.“

Ein „Ziel- und Maßnahmendreieck“ mit den drei Punkten lernen, forschen sowie vernetzen soll Abhilfe schaffen. Man wolle junge Menschen für Technik begeistern. Dazu Martin Bergsmann, Technologiesprecher der Sparte Industrie: „Nur mit ausgebildeten Experten wird Forschung möglich.“ Die TNF soll sich zur Hauptfakultät der JKU entwickeln. Wirtschaft und Wissenschaft sollen auf nationaler und internationaler Ebene vernetzt zusammenarbeiten.