Vorhang auf für …

Werbung

Versprochen ist versprochen …

Ein Employer Branding-Konzept zu entwickeln, ist das eine, es aber auch richtig nach außen zu präsentieren, das andere. Ehrlichkeit ist dabei die wichtigste Regel. Die drei Geschäftsführer der Kommunikationsagentur Upart aus Linz wissen, wie das werbetechnisch gelingt und warum die Mitarbeiter die besten Markenbotschafter des Unternehmens sind.

„Eine Arbeitgebermarke ist genauso zu führen wie eine Marke an sich“, sagt Ilona Preinfalk, Mitglied der Geschäftsführung. Im klassischen Markenverständnis sollen die Kunden und Käufer eines Produkts in der Lage sein, dieses an seinen Markenzeichen zu erkennen. Es gehe also darum, eine Marke zu definieren, zu positionieren und schließlich die definierten Markenbotschaften zielgruppengerecht zu transportieren. Bei einer Arbeitgebermarke sei es genauso, denn eine Marke soll Vertrauen schaffen.

Wie aufbauen?

„Man muss Werte des Unternehmens definieren, die die Unternehmenskultur wiederspiegeln und zielgruppengerecht in klaren Botschaften transportieren“, sagt Preinfalk. Wichtig ist dabei, dass die transportierten Werte mit den tatsächlichen im Arbeitsalltag zusammenpassen – nur so könne ein stimmiges, ehrliches Bild des Unternehmens entstehen. Eine Arbeitgebermarke wirkt ganz stark vor allem auch nach innen, Mitarbeiter erkennen, ob das gezeichnete Wertebild auch wirklich stimmt. Wenn bestehende Mitarbeiter positiv über das Unternehmen sprechen, sind sie die authentischsten Markenbotschafter. „Das ist die beste Werbung, die man haben kann.“ Wichtig sei, sich seiner Werte ehrlich bewusst zu werden und kein Wunschbild zu skizzieren. Und dann nicht einfach irgendwelche Maßnahmen unreflektiert ohne Strategie und Analyse umzusetzen. Wenn es noch keine klare Definition der Markenidentität gibt, sollte im besten Fall vor der eigentlichen Kommunikation und Werbung daher ein Prozess zur Wertedefinition vorgelagert werden, um eine Basis für die Formulierung der Botschaften zu schaffen. Der geschäftsführende GesellschafterDaniel Frixeder, sagt: „Wir haben schon gemerkt, dass es den Mitarbeitern in vielen Betrieben guttut und sie es toll fanden, wenn man das Unternehmen und die Arbeitgebermarke zeitgemäß nach außen präsentiert. Es stärkt die persönliche Bindung und hilft außerdem in der Kommunikation mit dem eigenen Umfeld." Das Bewusstsein der Unternehmen, solche Prozesse in Gang zu setzen, steige.

Wie präsentieren?

„Sobald Klarheit über die Unternehmenswerte herrscht, müssen klare und griffige Botschaften gefunden werden“, so der geschäftsführende Gesellschafter, Jörg Neuhauser. Wichtig dabei sei jedoch, die häufige Werbe-Überhöhung hier beiseite zu lassen. „Employer Branding-Botschaften müssen authentisch sein“, sagt Frixeder. Employer Branding-Kampagnen müssen den Spagat zwischen Authentizität und Aufmerksamkeit schaffen. Es müsse klar sein, wofür der Arbeitgeber steht und warum man Teil des Unternehmens werden sollte. Bei der Wahl des geeigneten Mediums für das Transportieren der Arbeitgebermarke gebe es kein Richtig oder Falsch, denn es hänge einerseits von der Branche ab und andererseits, welche Maßnahmen man für das Recruiting oder für die Arbeitgebermarke einsetze: „Für das Recruiting sind digitale Medien gefragt. Für die Kommunikation der Firmenphilosophie der Arbeitgebermarke nach innen und außen sind mitunter nach wie vor klassische Maßnahmen wie zum Beispiel das Inserat, das Plakat, die Videobotschaft oder die Mitarbeiterzeitung in Mode“, sagt Neuhauser. Oft hänge es aber auch von der Zielgruppe ab, etwa, wenn man Lehrlinge gezielt ansprechen will. „Da entscheidet ja nicht nur der Jugendliche selbst, sondern auch die Eltern. Je nachdem, wen man anspricht, sollte auch die Botschaft und der Kanal dementsprechend ausgewählt und angepasst werden. Für Jugendliche sind etwa lässige Youtube-Videos cool, für Erwachsene eher Fakten.“ Es komme zudem vor, dass man über besondere Aktivitäten auffalle und sich so zusätzlich positioniert. „Beispielsweise laden Firmen zu einem Recruiting-Tag ein oder entwickeln innovative Arbeitszeitmodelle“, so Frixeder. Grundsätzlich gelte: Je individueller, desto besser.

Man muss Werte des Unternehmens als Arbeitgeber definieren, die es möglichst authentisch beschreiben und zielgruppengerecht in klaren Botschaften transportieren.

Ilona Preinfalk, Jörg Neuhauser und Daniel Frixeder Kommunikationsagentur Upart

#Ähnliche Artikel

Was gute Arbeitgeber wirklich ausmacht

Es nimmt oft obskure Formen an und ist dennoch beliebt – zumindest bei manchen. Für andere wiederum macht es wenig Sinn. Die Rede ist vom aktuell allgegenwärtigen Begriff „Employer Branding“ – der Arbeitgebermarke. Doch welche Maßnahmen sind für eine starke Arbeitgebermarke wirklich sinnvoll? Was wird unter Employer Branding überhaupt verstanden? Und wie viel Geld ist man bereit, dafür in die Hand zu nehmen? Neun Unternehmen aus unterschiedlichen Branchen antworten.

„Werbung darf kein Selbstzweck sein“

Vor zwanzig Jahren gründeten zwei BWL-Studenten mit damals, wie sie heute sagen, „wenig Ahnung“ die Werbeagentur Upart – heute zählt sie zu den erfolgreichsten Oberösterreichs. In den vergangenen Jahren hat sich der Schwerpunkt von Upart von Umsetzung zu Strategie und Beratung gewandelt. Eines ist aber seit der Gründung gleich geblieben: Handschlagqualität und ein freundschaftliches Verhältnis zu den Kunden.

Der Ton macht die Unternehmensmarke!

Erfolgreich nach außen kommunizieren. DAS MUST, um als Unternehmen mit seiner Marke ins Rampenlicht zu gelangen. Christine Weixelbaumer, Geschäftsführerin der Projektagentur Weixelbaumer, Klaus Lindinger, Geschäftsführer der Full-Service Agentur Conquest, und Veronika Fiereder, Geschäftsführerin der Public Relations-Agentur Unisono, über einen starken und überzeugenden Auftritt in der Öffentlichkeit.

Recruiting ohne Geschmacksverstärker

Brigitte Zibuschka leitet den IT-Recruiting-Bereich bei Epunkt, Michaela Moser das Sourcing. Die beiden Macher am Herd erzählen von den Gemeinsamkeiten von Recruiting und Kochen, Eigenverantwortung im Team und warum der Spruch „Das war schon immer so“ ein absolutes No-Go im Unternehmen ist.

„Man muss Menschen mögen“

Karl Ochsner übernahm 2008 das gleichnamige Familienunternehmen von seinem Vater. Bei einem Besuch beim Wärmepumpenhersteller in Haag spricht der 44-jährige geschäftsführende Gesellschafter darüber, wie er seine Erfahrung aus einem US-Technologiekonzern für das 147-jährige Unternehmen eingebracht hat und wie man mit einem Aufzugschacht Mitarbeiter motivieren kann.

Von Eberstalzell bis nach Australien

Gutes Employer Branding hängt selten vom Ort ab, kann aber dazu führen, dass man viel von der Welt sieht. Beim Handelsdiskonter Hofer erstreckt sich Employer Branding vom Innovationszentrum im oberösterreichischen Eberstalzell bis hin zu Auslandsaufenthalten für Mitarbeiter beispielsweise in Australien. Wer für einen Auslandsaufenthalt überhaupt in Frage kommt und warum gutes Gehalt alleine noch keinen attraktiven Arbeitgeber ausmacht, verrät uns HR-Leiterin Veronika Badics.

Warum ein Zwergenland und Yoga den Unterschied machen

450 neue Mitarbeiter hat das Wirtschafts- und Beratungsunternehmen KPMG österreichweit 2018 gesucht. Und 450 Mitarbeiter hat es auch gefunden. Das ist in Zeiten des Fachkräftemangels nicht selbstverständlich. Helge Löffler, KPMG Partner und Linzer Standortleiter, erzählt, wie das gelungen ist, und räumt mit einem weitläufigen Vorurteil auf.

"Wir schaffen nicht mehr als drei Prozent Wirtschaftswachstum"

Sie sind wertmäßig Marktführer bei Holz/Alu-Fenster und Nummer Zwei auf dem Gesamtfenstermarkt. Josko Fenster und Türen mit Standorten in Kopfing und Andorf hat die zwei besten Jahre seiner Unternehmensgeschichte hinter sich. Doch der starke konjunkturelle Rückenwind birgt auch seine Tücken. CEO Johann Scheuringer junior in vier Statements darüber, wie er den Fachkräftemangel sieht, welche Bedeutung Employer Branding für Josko hat und warum man überrascht war, im Trend-Ranking zu den Top-Arbeitgebern Österreichs zu zählen.

Die Jungen sind faul, die Alten unflexibel?

Die jüngeren Generationen wollen nicht mehr arbeiten, für die älteren zahlt sich Weiterbildung nicht mehr aus! Frauen fehlt das technische Verständnis! Die Liste an Vorurteilen über Jung und Alt, Männer und Frauen, lässt sich beliebig fortführen. Doch was ist dran? Auf Spurensuche zwischen den verschiedenen Generationen und Geschlechtern in der Arbeitswelt, beim Marktforschungsunternehmen Whitebox, Werkzeugbauunternehmen Haidlmair, bei der Englischen Spielschule und der Volksbank Oberösterreich.

Schlüsselfaktor Qualifizierung

Der Maschinenring gehört zu den wichtigsten Arbeitgebern im ländlichen Raum, die angebotenen Dienstleistungen reichen von Grünraumdienst über die Baumpflege bis zum Winterdienst. Bis zu 1.800 saisonale Mitarbeiter beschäftigt man in Oberösterreich zu Spitzenzeiten, zukünftig sollen es noch mehr werden. Denn das Unternehmen will wachsen, digitaler werden – und anderen dabei helfen.

Wie man (sich) abhebt.

Das zeigen vier Persönlichkeiten, die allesamt in neuen Führungspositionen vor großen Herausforderungen stehen. Und diese auf ihre eigene, oft unkonventionelle Art und Weise bewältigen wollen – denn sie haben sich vor allem aus einem Grund gegen andere Kandidaten durchgesetzt: Weil sie anders sind.

44 Unternehmen mit ausgezeichnetem Erfolg

Der Zweite ist immer der erste Verlierer? Falsch. Es kann auch mehrere Gewinner geben. Im Falle von „Österreichs Beste Arbeitgeber“, ausgezeichnet vom Forschungs- und Beratungsnetzwerk „Great Place to Work“, sind es heuer sogar 44. Es sind Unternehmen, die sich nicht selbst als solche bezeichnen, sondern denen ihre eigenen Mitarbeiter so ein gutes Zeugnis ausstellen.

"Verkaufen kam nicht in Frage"

Vor rund zweieinhalb Jahren hat Georgia Rohrhofer-Meinhart, die Nichte von Firmengründer Walter Meinhart, die Geschäfte beim österreichischen Marktführer für Kabeln und Leitungen, Meinhart Kabel aus St. Florian, übernommen. Gemeinsam erzählen Onkel und Nichte, warum man immer in Oberösterreich geblieben ist, wie man als studierte Romanistin und Journalistin Geschäftsführerin in der Kabelbranche wird und wie die Übergabe ablief.

Bewährtes pflegen und Neues bewegen

Anwalt ist kein nine-to-five Job. Das ist nichts Neues und für die Rechtsanwälte der Top-Wirtschaftskanzlei Wildmoser/Koch & Partner kein Problem, denn: Was man gern macht, macht man gut. Und was man gut macht, macht zufrieden. Eine geglückte work-life-balance ergibt sich dabei von selbst.

Geborgt und geborgen

Zeitarbeiter werden in manchen Unternehmen als Beschäftigte zweiter Klasse gesehen. Damit die Motivation hoch bleibt, setzt der Personalüberlasser Teampool auf offene Kommunikation, gegenseitiges Vertrauen und regelmäßige Besuche in den Betrieben. Und gewinnt damit die Treue seiner Mitarbeiter.

Petition für Deutsch am Schulhof

Die Kenntnis der Landessprache leiste einen großen Beitrag zur Integration und eröffne jungen Menschen bessere Chancen am Arbeitsmarkt, sagt Landeshauptmann-Stellvertreter Manfred Haimbuchner und fordert daher, dass Kinder am Pausenhof Deutsch sprechen müssen. Die Maßnahme ist bei den anderen Parteien umstritten, Bildungsminister Heinz Faßmann erteilte der Forderung aufgrund von verfassungsrechtlichen Bedenken eine Absage. Haimbuchner widerspricht und startete Ende Oktober eine Petition für „Deutsch am Pausenhof“.

PR

Weibliche Energie bei Fronius

Bei Fronius leben die Mitarbeiterinnen erfolgreich vor, dass ein technisches Umfeld und individuelle Karrierevorstellungen auch für Frauen vereinbar sind. Der internationale Hightech-Konzern motiviert mit Talenteförderung, schafft Flexibilität und unterstützt bei der persönlichen Weiterentwicklung. Die Rahmenbedingungen ermöglichen zudem eine optimale Vereinbarkeit von Beruf und Familie.

Patientenpflege: „Es geht ums Spüren“

Emotional. Belastend. Fordernd. Keine Frage - ein Krankenhausaufenthalt ist immer eine besondere Lebenssituation für Patient und Angehörige. Susanne Gringinger, neue Pflegedienstleiterin der Klinik Diakonissen, über die Herausforderungen an das Pflegepersonal für eine ganzheitliche Patientenbetreuung.