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Digitale Kommunikation

„Abstand halten von Kinderzimmer-Programmierer“

Die umsatzstärksten Unternehmen in Oberösterreich hinken mit ihrem Online-Auftritt der aktuellen Zeit massiv hinterher und würden dadurch viele Potentiale und Chancen vergeben, resümiert Gerhard Feilmayr, Geschäftsführer der Linzer Werbeagentur „eigen)art" und Initiator einer Studie zum Thema „digitale Kommunikation“. Die Firmen seien sich zwar über den Bedarf und die Notwendigkeit der digitalen Kommunikation bewusst, es fehle aber an konkreten digitalen Strategien.

„Die Unternehmen sollten Abstand halten von Kinderzimmer-Programmierer“, appelliert Gerhard Feilmayr, Geschäftsführer der Linzer Werbeagentur „eigen)art“, anlässlich der Präsentation einer Studie über die digitale Kommunikation von den umsatzstärksten Unternehmen in Oberösterreich. Die Agentur hat von den Top 250 oberösterreichischen Unternehmen die Website von 50 genauer unter die Lupe genommen. Das Linzer Institut für Statistische Analysen Jaksch & Partner hat im Auftrag der Agentur 106 Unternehmen zur Digitalisierung befragt.

Dabei würden sich viele Mängel zeigen. „Den Firmen fehlt die digitale Strategie“, so Feilmayr. Es werde halt gerne auf Kinderzimmer-Programmierer zurückgegriffen, da es nichts kosten dürfte. Bedarf und Notwendigkeit seien den Firmen aber durchaus bewusst.

Einige Studienergebnisse:

  • Mehr als die Hälfte (54 Prozent) verwenden noch keine Cookie-Erklärung. Cookies seien dazu da, Nutzer wiederzuerkennen und ihnen das Surfen auf einer Website zu erleichtern. Etwa dadurch, dass der Nutzer seine Zugangsdaten nicht bei jedem Besuch neu eingeben müsse oder erkannt werde, was der Nutzer bereits gekauft hat. Diese Cookie-Bars seien rechtlich verpflichtend, auch wenn die Rechtslage etwas unklar sei. Bei Nichteinhaltung könnten theoretisch Verwaltungsstrafen von bis zu 37.000 Euro drohen.
  • Rund 42 Prozent der befragten Unternehmen haben noch keine für mobile Geräte optimierte Website. Es werden aber bereits über 60 Prozent der Inhalte mobil abgerufen.
  • Keine der getesteten Websites ist absolut barrierefrei, obwohl dies seit nach einer 10-jährigen Übergangsfrist ab 1. Jänner 2016 verpflichtend ist.
  • Weniger als die Hälfte der Websiten sind sicher und haben eine SSL-Verschlüsselung.
  • Obwohl das Soll für das Öffnen einer Seite unter zwei Sekunden liege, haben die untersuchten Websites einen Mittelwert von über drei Sekunden.
  • Fast 88 Prozent der Unternehmen geben an, ihre digitale Strategie in ihre gesamte Kommunikationsstrategie zu integrieren. Aber nur 66 Prozent messen den Erfolg.
  • 65 Prozent der Befragten geben an, hinsichtlich personeller und zeitlicher Ressourcen überfordert zu sein. Mehr als der Hälfte fehlt es zusätzlich an nötigem Know-how.

von links: Edith Jaksch vom Institut für Statistische Analysen und Gerhard Feilmayr, Geschäftsführer der Linzer Werbeagentur "eigen)art", mit der Studie über die digitale Kommunikation der umsatzstärksten Unternehmen in Oberösterreich.